Welche Art des Fastens ist die richtige für mich?

22.Mai 2010  |  Kategorie: Ernährung  |  3 Kommentare  |  Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Fasten ja – aber auf welche Weise?

Es gibt unzählige Arten des Fastens – sei es das Saftfasten, die Mayr-Kur, das Molkefasten oder das Basenfasten. Mal ehrlich, wer behält da schon den Überblick? Und vor allem: wie soll man sich da entscheiden, welche Fastenform für die eigene Gesundheit die richtige ist? Damit die Entscheidung leichter fällt, haben wir gängige Fastenkuren mit den wichtigsten Facts im Überblick zusammengestellt.

Heilfasten nach Buchinger (Saftfasten)
Bei dieser Fastenform ist vor allem eines angesagt: trinken, trinken, trinken. Neben Wasser und Kräutertee nimmt man außerdem Gemüsebrühe, Säfte und Honig zu sich. Auf diese Weise kommt man täglich auf etwa 250 Kalorien. Durch Säfte und Gemüsebrühe sollen wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente dennoch in ausreichender Menge aufgenommen werden. Die Heilfastenkur nach Buchinger kann beginnend mit einer Woche bis hin zu drei bis vier Wochen durchgeführt werden.

Die F.X.-Mayr-Kur
Die F.X.Mayr Kur wird auch Milch-Semmel-Kur genannt. Auf dem spärlichen Speiseplan steht nämlich neben Kräutertee und stillem Mineralwasser zweimal täglich ein trockenes Brötchen, das zusammen mit etwas Milch gegessen wird. Wichtig ist dabei das lange, gründliche Kauen, welches den Speichelfluss anregen und so die Verdauung erleichtern soll. Da es durch die dürftige Nahrung leicht zu Mangelerscheinungen kommen kann, wird die Mayr´sche Kur häufig durch so genannte Substitute, also Zusatzpräparate (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) ergänzt. Die Mayr-Kur dauert in der Regel drei bis vier Wochen – wobei der Speiseplan schrittweise erweitert wird.

Molkefasten
Beim Molkefasten trinkt man über den Tag verteilt insgesamt etwa einen Liter Molke, sowie mindestens drei Liter Mineralwasser (ohne Kohlensäure) und Fruchtsäfte. Molke ist sehr eiweißhaltig, weshalb bei dieser Form des Fastens dem Muskelabbau vorgebeugt werden soll. Da sie zudem viel Milchzucker enthält, wirkt sie leicht abführend, sodass das Molkefasten auch die Verdauung ziemlich „in Schwung“ bringt. Eine Molkekur kann man entweder nur für einige Tage machen, oder aber auf bis zu 4 Wochen ausweiten.

Wasserfasten/Teefasten
Diese Form des Fastens ist sicherlich die extremste – es wird ausschließlich Wasser und Tee getrunken. Während dem Körper bei anderen Fastenformen wenigstens in geringer Dosis auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden, erhält er beim Tee- oder Wasserfasten während der gesamten Fastenzeit keinerlei Nährstoffe. Dies ist nicht gesund, sondern gefährlich. Deshalb lehnen auch Ärzte diese Form des Fastens ab.

Schleimfasten
Klingt nicht besonders verlockend, ist aber halb so schlimm. Beim so genannten Schleimfasten ernährt man sich einige Tage lang von warmem Getreideschleim etwa aus Hafer, Reis, Buchweizen oder Gerste. Der Vorteil des Schleimfastens liegt darin, dass diese Getreidearten hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts sehr wertvoll sind. Das schont den Körper, da einer starken Mangelernährung vorgebeugt wird und auch der Abbau von Muskeleiweiß in Grenzen gehalten wird. Zudem können auch empfindliche Mägen diese Kur besonders gut vertragen.

Schrothkur
In ihrer ursprünglichen Form ist die Schrothkur eine äußerst zweifelhafte Fastenform, bei der sich so genannte „Trinktage“ mit „Trockentagen“ abwechseln. An den Trockentagen sollte dabei weniger als ein halber Liter Flüssigkeit (Weißwein!) getrunken werden – heute weiß man, dass das alles andere als gesund ist. Daher gibt es heute modifizierte Formen der Schrothkur, die weniger schädlich für den Körper sein sollen.

Sie basieren auf einer Kombination aus Grieß-, Reis- und Haferbrei, gekochtem Gemüse und Obst und trockenen Brötchen. Die Ernährung sollte während der Schrothkur also salz- und fettfrei sein und wenig Eiweiß enthalten. Außerdem gehören feuchtwarme Wickel zur Schrothkur, die angeblich die Entschlackung unterstützen sollen.

Basenfasten
Basenfasten ist eigentlich kein Fasten im strengen Sinne, da man hier durchaus feste Nahrung zu sich nimmt. Allerdings nur in Form von basischen Lebensmitteln – also Obst und Gemüse. Das Basenfasten soll dazu dienen, den von fettigem Essen und Convenience-Food übersäuerten Körper zu entlasten. Dazu wird natürlich viel getrunken, vor allem Kräutertee und Wasser. Alle anderen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot, Süßigkeiten und natürlich auch Kaffee und Alkohol sind während des Basenfastens tabu.

Kommentare

3 Kommentare zu “Welche Art des Fastens ist die richtige für mich?”
  1. Bianca sagt:

    Leider ist die Darstellung der Schrothkur hier nicht ganz richtig. So wird z.B. behauptet, es gäbe mehrere Schrothkuren. Dieses Missverständnis basiert wohl auf der Tatsache, dass die Kur immer durch den Kurarzt an die Bedürfnisse jedes einzelnen angepasst wird. So kann z.B. die tägliche Trinkmenge erhöht und/oder auf den Alkohol verzichtet werden.

    Auf http://www.schrothkur.de und http://www.schrothverband.de gibt es alle Informationen rund um die Schrothkur und die Aufklärung über die größten Missverständnisse. Außerdem berichten Schrothkurfans dort und tauschen sich über Ihre Kurerfolge aus.

    Mit sonnigen Grüßen aus Oberstaufen
    Deutscher Schrothverband e.V.

    Bianca Keybach
    Geschäftsführerin

  2. Linda sagt:

    Ich habe schon oft gehört, dass Fasten so gut für den Körper sein soll und wollte das auch mal ausprobieren. Aber ich finde hier sollte unbedingt vorher ein Arzt um Rat gefragt werden. Jeder Körper ist ja verschieden und in unterschiedlichem Zustand. Ich denke nicht, dass man das einfach so selbst entscheiden sollte! Dann hat das auch bessere Chancen auf Erfolg.
    Werde in den nächsten Tagen mal mit meinem Arzt reden und fragen, was er mir rät.

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