Skurrile Diäten
Atkins, Weight Watchers und Trennkost kennt jeder. Aber haben Sie schon mal was von der “Mayo”- oder der “New York”-Diät gehört?
Sie wollen abnehmen? Bei den vielen Diätprogrammen, die derzeit auf dem Markt sind, haben Sie die Qual der Wahl. Doch nicht jede Diät hält, was sie verspricht. Und viele sind langfristig gar nicht gut für Körper und Figur. Wir haben ein paar der eigenartigsten Abnehm-Methoden für Sie zusammengestellt.
Ananas-Diät oder Enzym-Diät
Wie der Name schon sagt, nimmt man bei dieser Diät ausschließlich Ananas und aus Ananas hergestellte Säfte zu sich. Allerdings sollten Sie täglich zwei bis drei Kilo der Südfrucht zu sich nehmen, damit Sie auf eine Gesamtkalorienzahl von 1.000 Kilokalorien kommen. Sie mögen keine Ananas? Dann dürfen Sie auch zu anderen enzymreichen Früchtchen wie Papayas oder Kiwis greifen. Die hochgelobten Enzyme sollen den Eiweißabbau unterstützen und das Fett gezielt zum Schmelzen bringen. So viel Obst? Klingt gesund. Ist es aber nicht wirklich. Wie andere Monodiäten auch ist diese Diät eine Form des Abnehmens, die zu Fehl- und Mangelernährung führen kann. Denn die Diät ist nicht nur extrem einseitig, auch der Kaloriengehalt ist sehr überschaubar. Außerdem baut der Körper durch die geringe Eiweißzufuhr Muskelmasse ab. Fazit: Obst ist gut und gesund – aber Ihr Körper braucht auch andere Nährstoffe!
Fit For Life
Wie bei der Hay’schen Trennkost werden eiweiß- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel getrennt. Der Tag wird in drei Phasen aufgeteilt, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten: Ausscheidung, Nahrungsaufnahme und Nahrungsausnutzung. So sieht der Tag aus: Von 4 bis 12 Uhr sollen nur Obst, Gemüse und Säfte verzehrt werden. In der Nahrungsaufnahmephase von 12 bis 20 Uhr dürfen Sie sich auch anderen Lebensmittel zuwenden. Von 20 bis 4 Uhr erfolgt dann die Ausnutzung der Nahrung. Zu 70 Prozent isst man Obst, Gemüse und Salat, zu 30 Prozent “konzentrierte Lebensmitteln” wie Brot, Getreide, Fleisch und Fisch. Milchprodukte sollte man nach Möglichkeit vermeiden, als Durstlöscher gibt’s destilliertes Wasser. Der Verzicht auf Milchprodukte ist ernährungswissenschaftlich ebenso fragwürdig wie die – zudem schwierig durchzuführende Trennung von Kohlenhydraten und Eiweißprodukten. Auch der Genuss von destilliertem Wasser ist nicht unbedingt gesund.
Kohl-Diät
Die bekannteste Form ist die Kohlsuppendiät. Sie stützt sich auf die Annahme, dass durch das Essen von Kohlsuppe mehr Kalorien verbrannt werden, als dem Körper zugeführt werden. Die Kohlsuppen-Variationen sind zahlreich. Alle bestehen aus mehr oder weniger schwer verdaulichem Gemüse wie Zwiebeln, Kohl und Weißkraut Davon darf man innerhalb der Diät so viel davon verspeisen, wie man will. Während der Diät nehmen Sie natürlich ab – Kohl enthält wenig Kalorien.
Leider wird aber neben dem Wasser, das aus dem Körper ausgeschwemmt wird, auch Körpermuskulatur abgebaut, weil bei der Diät zu wenig Proteine über die Nahrung aufgenommen werden. Auch in Sachen Nährstoffe ist die Bandbreite gering. Und mal ganz abgesehen davon, dass der Kohlgenuss berühmt-berüchtigte Nebenwirkungen hat, lauert nach Diätende mit großer Wahrscheinlichkeit der Jojo-Effekt auf Sie.
New York-Diät
Entwickelt wurde die Diät von Promi-Personaltrainer David Kirsch. Ziel: Innerhalb von zwei Wochen sieben Kilo abnehmen und Reduktion des Bauchumfangs um fast 13 Zentimeter. In den ersten zwei Phasen nimmt man ab, die dritte und letzte Phase der Diät ist dann “lebenslänglich” angelegt. In Phase eins verzichten Sie auf Früchte, fettiges Essen, Milchprodukte und Alkohol und nehmen vor allem Nahrungsmittel mit geringem Kohlehydratanteil, magerem Protein und pflanzlichen Fetten zu sich. In der zweiten Phase gibt’s zu jeder Mahlzeit eine Portion Kohlenhydrate, in der letzten Phase dürfen Sie sogar langsam wieder normal (aber gesund) essen. Außerdem sollte man jeden Tag 45-90 Minuten trainieren, um sein Gewicht auch dauerhaft halten zu können. Kurz: Wenig essen, ganz viel Sport und schon purzeln die Pfunde. Logisch.
Positiv an der New-York-Diät ist der Schwerpunkt Sport. Und dass auch nach den ersten zwei Wochen weiter an sich gearbeitet werden soll. Allerdings bekommt jede Form der Crash-Diät von Ernährungswissenschaftlern garantiert wenig Beifall. Lieber langsamer abnehmen. Schließlich müssen uns wir nicht wie Heidi Klum in Rekordzeit von der Nachschwangerschaftsfigur zum Dessousmodel trimmen.
Mayodiät
Entwarnung! Im Gegensatz zur Ananasdiät ist hier nicht der Name Programm: Sie müssen sich bei dieser Diät keineswegs ausschließlich von Mayonnaise ernähren. Sie essen vielmehr Gemüse, mageres Fleisch, Fisch und Obst und bis zu Eier pro Tag! Zu Trinken ist bekommt man nur schwarzen Tee und Kaffee.
Die Nachteile dieser Diätmethode liegen klar auf der Hand: Abgesehen davon, dass man viel zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, steigt der Cholesterinspiegel durch die vielen Eier gewaltig an! Und krank zu werden ist wohl keine Bikinifigur der Welt wert.
Saftfasten
Bei dieser Diät ernähren Sie sich ausschließlich von (frisch gepressten) Obst- und Gemüsesäften und Gemüsebrühen Außerdem sollten Sie noch zwei bis drei Liter Wasser täglich trinken. Pro Tag liegt der Energiegehalt damit bei 300 Kilokalorien. Viel zu wenig für einen Erwachsenen.
Alle Flüssigkeiten, die bei der Diät zugeführt werden, sind einseitig zusammengesetzt, so dass Sie insgesamt einen Mangel an allen Nähr- und Wirkstoffen haben. Und weil Sie zu wenig Eiweiß zu sich nehmen, baut der Organismus Muskeln ab. Ihr Grundumsatz sinkt. Ach ja, der Jojo-Effekt schlägt am Ende der Diät auch wieder voll zu.
Wirklich skurril, was es alles für Diäten gibt. Und das war nur eine kleine Auswahl. Wenn Sie also nach einer wirklich effektiven Abnehmmethode suchen, dann achten Sie darauf, dass Ihre Ernährung trotz Diät ausgewogen ist und Sie sich ausreichend bewegen! Am besten ist es, wenn die Diät zu einer Ernährungsumstellung führt, die auch nach Ende der Diät im engeren Sinne fortgeführt werden kann. Um wirklich sicher zu gehen, dass Sie sich mit ihrer gewählten Diät nicht die Gesundheit ruinieren, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen – der weiß bestimmt, was gut für Sie ist.




































