Schweizer Firma lanciert neue Diätpille

8.Februar 2011  |  Kategorie: Produkte, Wissenswertes  |  Kommentar schreiben  | 

Der Markt mit rezeptfreien Schlankmachern boomt. Davon will auch ein kleines einheimisches Unternehmen profitieren.

Einige Kilos abspecken: Manch einer hat an Silvester den Vorsatz gefasst, mehr Sport zu treiben und bald einige Kilos weniger auf die Waage zu bringen. Da kommen Diätpillen gerade recht. Nachdem vor einem Jahr der britische Pharmariese Glaxo Smith Kline in der Schweiz die rezeptfreie Diätpille Alli lancierte, kommt in diesen Tagen das Präparat Carbosinol der Schweizer Firma Biomed in Apotheken und Drogerien.

«Abnehmzeit ist nach den Festtagen und im Frühjahr», betont Christian Henseler, Brand Manager beim Schweizer Distributeur Biomed. Deshalb sei der Einführungstermin bewusst so gewählt worden. Henseler ist für die Produktlancierung zuversichtlich: «Der Bestellungseingang seitens der Verkaufstellen ist enorm.» Welches Umsatzziel Biomed mit dem Schlankmacher anstrebt, will er aber nicht verraten.

Markt hat sich aufgebläht

Carbosinol baut auf einem Proteinkomplex, der aus Pflanzen gewonnen wird und die Verdauung von Kohlenhydraten aus der Nahrung reduziert. Die ebenfalls rezeptfreie Diätpille Alli basiert wie das verschreibungspflichtige Xenical des Schweizer Multis Roche auf dem Wirkstoff Orlistat. Dieser hemmt die Aufnahme von Fett im Magen-Darm-Trakt, was oft zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. Oft leiden Alli- oder Xenical-Patienten unter öligem oder manchmal sogar unkontrollierbarem Stuhl. Bei Carbosinol sind laut Henseler ausser Blähungen jedoch keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Trotz Nebenwirkungen boomt der Markt mit rezeptfreien Schlankheitsmitteln. Laut Branchenkennern haben sich die Umsätze von 2009 auf 2010 mehr als verdoppelt und dürften gegen 25 Millionen Franken erreichen. Rückläufig ist hingegen der Bereich der rezeptpflichtigen Diätmedikamente: Dieser hat sich laut dem Verband Pharma Suisse um 6 Prozent auf 11,5 Millionen Franken verkleinert. Der Grossteil dürfte hier auf das Roche-Medikament Xenical entfallen, da das Konkurrenzprodukt, der Appetitzügler Reductil, wegen unerwünschter Nebenwirkungen im Mai 2010 vom Markt genommen wurde.

Werbeintensiver Markt

«Der Markt für Präparate zur Gewichtskontrolle ist sehr werbeintensiv», erklärt Biomed-Brand-Manager Henseler. Das gigantische Marktwachstum der rezeptfreien Schlankheitsmittel führt er denn auch auf die millionenschweren Kampagnen für Alli und Liposinol – dem ersten Schlankheitsprodukt der Firma Biomed – zurück. Laut Henseler läuft bald auch die Werbeoffensive für den neuen Schlankmacher Carbosinol an. Diese wird sich zunächst aber auf Print-Produkte beschränken. Ob es auch TV-Spots geben wird ist noch unklar. Sicher ist: Auch Glaxo Smith Kline hat die Werbeaktivitäten pünktlich zu den Neujahrsvorsätzen wieder verstärkt und gibt dafür laut Geschäftsführer Beat Schori einen grösseren sechsstelligen Betrag aus. Das führt gemäss Apothekern jeweils gleich zu einem spürbaren Nachfrageanstieg.

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