Winston-Salem, North Carolina, USA. Finanzielle Probleme und ein Mangel an sozialen Kontakten können dazu führen, dass sich mehr Fett am Bauch bildet. Das haben die Wissenschaftlerin Carol A. Shively und ihre Kollegen von der Wake Forest University School of Medicine in einer Studie mit Affen herausgefunden.
Für die Untersuchung fütterten die US-Forscher 41 weibliche Javaneraffen mit Nahrung, die einen hohen Cholesterin- und Fettanteil aufwies. Eine solche Ernährung ist auch in den westlichen Industriegesellschaften typisch. Im Laufe der Zeit bildeten sich in der Affengruppe soziale Hierarchien heraus – mit privilegierten und benachteiligten Weibchen. Die sozial benachteiligten Tiere waren aggressiven Attacken ausgesetzt, erhielten weniger Futter und wurden nur selten von ihren Artgenossen entlaust.
Die Wissenschaftler ermittelten für alle Weibchen der Gruppe verschiedene Werte, darunter Körpergewicht, Herzfrequenz und das Verhältnis von Unterhautfettgewebe und Bauchfett. Die Auswertung (veröffentlicht im Fachmagazin “Obesity”, Band 17, Seite 1513–1520) zeigte, dass die sozial benachteiligten Affenweibchen mehr Fett am Bauch ansetzten als ihre Artgenossen. Der starke soziale Stress, dem die Tiere ausgesetzt gewesen waren, lasse wahrscheinlich den Stresshormonspiegel im Blut stark ansteigen, vermuten die Forscher. Das fördere die Zunahme des Bauchfetts.
Indirekt werde dadurch außerdem das Risiko für Arteriosklerose und Herzkrankheiten erhöht. Denn das Bauchfett produziere Botenstoffe, die das Herz-Kreislauf-System und die Blutgefäße belasteten, so die Wissenschaftler.
Den Forschern zufolge lassen sich die Ergebnisse wahrscheinlich auf den Menschen übertragen. Die Studie könnte dann erklären, warum sozial benachteiligte Personen häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Denn Menschen, die finanzielle Sorgen und wenig soziale Kontakte haben, sind einem ähnlichen Stress ausgesetzt wie die sozial benachteiligten Affenweibchen.
Darüber hinaus machten die Forscher einen weiteren interessanten Fund: Bei den Affenweibchen, die besonders vom sozialen Stress betroffen waren, produzierten die Eierstöcke weniger Geschlechtshormone als bei ihren privilegierten Artgenossen. Die weiblichen Geschlechtshormone gelten als wichtiger Schutz gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie werden dafür verantwortlich gemacht, dass Frauen an zum Beispiel Arteriosklerose meist erst später und weniger ausgeprägt als Männer erkranken.
Deshalb sollten die Eierstöcke bei Frauen mit Übergewicht genauer untersucht werden, empfehlen die Forscher, so könnten eventuelle Spätschäden verhindert werden. Ein solcher Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen sei gefährlich, denn er falle nicht durch Zyklusstörungen auf.
Oxford, Großbritannien. Britische Forscher präsentieren einen weiteren guten Grund, um abzunehmen.
Übergewicht kann nicht nur negative Auswirkungen auf unser Aussehen haben, sondern bringt oft auch gesundheitliche Probleme mit sich. Das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wissenschaftler von der Oxford University haben nun die Ergebnisse einer groß angelegten Studie zum Zusammenhang zwischen Übergewicht und Lebenserwartung vorgestellt. Die Forscher werteten dafür über 50 verschiedene Langzeitstudien aus Nordamerika und Europa aus, in denen der Body-Mass-IndexMit dem Body-Mass-Index (abgekürzt BMI) lässt sich das Körpergewicht eines Menschen einordnen.
Dazu wird das Gewicht mit der Körpergröße in Beziehung gesetzt. mehr (BMI) und andere Daten von circa 900.000 Menschen erfasst waren. Dabei fanden sie heraus, dass ein BMI zwischen 30 und 35 – von Medizinern als Fettleibigkeit ersten Grades bezeichnet – eine Verringerung der Lebenserwartung um drei Jahre mit sich bringt. Noch schlechter sieht es für Menschen mit AdipositasAdipositas ist der medizinische Begriff für Fettleibigkeit. mehr aus: Sie leben im Schnitt ganze zehn Jahre weniger als Normalgewichtige. Damit ist Fettleibigkeit nach Aussage der Wissenschaftler genauso gesundheitsschädlich wie lebenslanges Rauchen. Der optimale BMI in Bezug auf die Lebensdauer liegt den Forschern zufolge zwischen 23 und 24.